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Statements von Fachleuten

Hier finden Sie Statements von:

 

Statement von Katja Rauchfuß, Jugendschutz.net

Das Projekt „Ess-stoerungen.net“ bietet nicht nur umfangreiche Informationen zu Beratung und Therapie von Essstörungen. Das betreute Diskussionsforum und die professionelle E-Mail-Beratung halte ich für eine wichtige Alternative für essgestörte Jugendliche zu den unzähligen Pro-Ana/Mia-Websites im Internet, die Magersucht und Bulimie als Lifestyle verherrlichen und die drastischen Folgen verharmlosen.

Katja Rauchfuß, jugendschutz.net - Zentralstelle für den Jugendschutz im Internet.

 

Statement von Maja Langsdorff, Journalistin und Sachbuchautorin

Warum sollte man ausgerechnet Ess-stoerungen.net - das Internetprojekt des
Heidelberger Mädchenhauses - bezuschussen und so künstlich am Leben
erhalten? Was hat die Allgemeinheit denn davon?

  • Essen ist doch keine Droge.Essstörungen sind doch vorwiegend ein Frauenproblem.
  • Essstörungen sind doch nicht ansteckend.
  • Essstörungen schädigen doch nicht die Gesellschaft im Kern.
  • Essstörungen haben doch nur die, die keine anderen Probleme haben.


Wenn man so denkt, gibt es tatsächlich keinen Grund, die Heidelberger zu  unterstützen.

Aber spätestens, seit Ende 2007 Ulla Schmidt, Annette Schavan und Ursula von der Leyen - allesamt seinerzeit Bundesministerinnen - medienwirksam für die Prävention von Essstörungen eintraten, dürfte klar sein: Bundesmittel, die in ein innovatives, bundesweit agierendes Präventions- und Beratungs-Projekt fließen, sind eine Investition in die Zukunft und helfen jenen, deren Lobby noch immer viel zu klein ist. Ess-stoerungen.net bildet überregional eines der entscheidenden Glieder einer Versorgungskette. Denn es ermöglicht einen unkomplizierten, anonymen Einstieg in die Auseinandersetzung mit der Essstörung - und damit den ersten, entscheidenden Schritt auf dem langen, steinigen Weg des Ausstiegs.

Maja Langsdorff, Journalistin und Sachbuchautorin ("Die heimliche Sucht,
unheimlich zu essen"), Osterholz-Scharmbeck, http://www.maja-langsdorff.de

 

Statement von Dr. Uwe Berger (Fachbuchautor), Universitätsklinikum Jena:

Mit Bestürzung habe ich vom drohenden „Aus“ des interaktiven Internet-Projekts „ess-stoerungen.net“ des Mädchenhauses Heidelberg e. V. erfahren! Die dort in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit war und ist für uns Vorbild im Bestreben, eine lückenlose Versorgungskette bei Essstörungen zu etablieren.

Aus der KiGGS-Studie und unseren eigenen Untersuchungen wissen wir, dass derzeit ca. ein Viertel der jugendlichen Mädchen bereits Symptome von Essstörungen aufweisen. Bei vielen Mädchen wird die unheilvolle Entwicklung in Richtung eines klinischen Vollbildes der Magersucht oder Bulimie zu spät erkannt, mit der Konsequenz, dass Magersucht heute zu den häufigsten Todesursachen bei Mädchen und jungen Frauen zählt. Obwohl in den Medien allgegenwärtig, sind Essstörungen nach wie vor stark tabuisiert und erfordern ein besonders niederschwelliges, barrierefreies und vertrauensvolles System primär- und sekundärpräventiver Angebote.

Derzeit gibt es in Deutschland nur gut 20 auf Essstörungen spezialisierte Beratungsstellen – ungefähr so viele, wie Städte mit über 500.000 Einwohnern. Dies macht die ohnehin vorhandene dramatische Unterversorgung deutlich. Wer auf diesem Gebiet arbeitet weiß, dass auch der Gang zu einer Beratungsstelle für viele Mädchen zu angstbesetzt ist.

Dem Mädchenhaus Heidelberg e. V. ist es gelungen, insbesondere mit dem Angebot betreuter Diskussionsforen und E-Mail-Beratung durch Fachkräfte im Rahmen des Projekts „ess-stoerungen.net“ eine seriöse, viel genutzte und dringend notwendige Zwischenstation innerhalb der Versorgungskette zu schaffen. Es wäre meiner Ansicht nach ein fatales Signal für die gesamte Gesundheitsversorgung im Bereich der Essstörungen, die hier geleistete Pionierarbeit nicht fortzuführen.

Welche Konsequenzen das für die vielen unter Essstörungen leidenden Mädchen hätte, zeigen eindrücklich die oft verzweifelten Appelle der im Gästebuch der Internetseite einlaufenden Kommentare! Daher unterstütze ich nachdrücklich die Initiative des Mädchenhauses Heidelberg e. V. zur Rettung des Projekts!!!

Gez. Dr. Uwe Berger, Universitätsklinikum Jena.

 

Kai Lixfeld, Schulsozialarbeiter im Rhein-Neckar-Kreis:

Liebe Macherinnen des Internetseite "Ess-stoerungen.net", seit vielen Jahren arbeite ich nun mit Euch zusammen und weiß speziell die Seite " Ess-stoerungen.net" sehr zu schätzen!

Dieser Internetauftritt bietet vielen Mädchen, auch aus den Hauptschulen in Leimen,Rhein-Neckar-Kreis, die Möglichkeit, sich mit ihrer Erkrankung niedrigschwellig und unkompliziert einer Fachfrau anzuvertrauen.

Der Erstkontakt bzw. die Information über das Thema kann anonym geschehen und erleichtert betroffenen Mädchen - wie ich aus eigener Erfahrung weiß - enorm die Auseinandersetzung mit ihrer Essstörung!

So gesehen stellt "Ess-stoerungen.net"eine große Unterstützung dar und macht den Mädchen und Frauen Mut sich weiter helfen zu lassen.Vor diesem Hintergrund halte ich als Schulsozialarbeiter die Aufrechterhaltung dieser Seite und die im höchsten Maße professionell stattfindende Betreuung für unverzichtbar!

Kai Lixfeld, Schulsozialarbeiter im Rhein-Neckar-Kreis