PDFDruckenE-Mail

Häufige Fragen

Hier findet ihr Antworten auf folgende häufig gestellte Fragen:

 

Bin ich essgestört?

Die am meisten gestellte Fragen ist sicher die: Bin ich überhaupt essgestört? Viele Mädchen kennen Berichte aus dem Fernsehen, in denen über ständige Fressattacken von Bulimikerinnen berichtet wird und über Magersüchtige, die weniger als 40 Kilo wiegen.

Das sind die Fakten, die sich in den Köpfen festsetzen. Und so haben viele Betroffene zwar das Gefühl: irgendetwas stimmt nicht mit mir! Aber sie zweifeln daran, ob sie wirklich essgestört sind, haben vielleicht sogar Angst, mit ihren Problemen nicht ernstgenommen zu werden.

Natürlich gibt es Kriterien, nach denen Mediziner/innen entscheiden, ob eine/r essgestört ist oder nicht. Meiner Ansicht nach sind diese Kriterien für Betroffene erst einmal relativ egal.
Wenn du selbst das Gefühl hast, dass irgendetwas nicht mit dir stimmt, dann solltest du dir Hilfe suchen. Wenn du das Gefühl hast, dass die Themen Essen und Hungern ständig in deinem Bewusstsein sind, wenn du unglücklich und verzweifelt bist, wenn du das Gefühl hast, dein Essverhalten nicht unter Kontrolle zu haben, dann solltest du dir Hilfe suchen. Unabhängig davon, wie viel oder wenig du wiegst. Denn unabhängig davon, ob du nun "essgestört" bist oder nicht: es geht dir nicht gut und das solltest du ändern!


Bin ich untergewichtig? Was ist denn überhaupt ein "normales" Gewicht?

Als die Seite entstanden ist, hatte ich mir festvorgenommen, keine Formeln zur Berechnung des Gewichts zu veröffentlichen, weil ich es schlimm finde, wenn Menschen (im allgemeinen sind es Mädchen und Frauen!) nicht auf ihr eigenes Gefühl, sondern nur auf Zahlen und Tabellen vertrauen. Aber da wir immer wieder die Frage nach Untergewicht gestellt bekommen, möchte ich nun doch darauf eingehen.

Denn viele Mädchen schätzen ihr Gewicht selbst völlig falsch ein und ich bin immer wieder überrascht und entsetzt über Aussagen wie diese: "Ich bin 1,72m groß und wiege 49 Kilo. Das ist doch normal, oder?". Ist es nicht!!!

Wie aber wird nun das "Normalgewicht" berechnet?

Noch immer spukt in den Köpfen das sogenannte Idealgewicht herum, das 1959 von einem Lebensversicherungsagenten "erfunden" wurde. Das "Idealgewicht" wurde nach der simplen Formel Körpergröße minus 100 minus 10% berechnet, die natürlich Unfug ist. Heute weiß man, wie unsinnig es ist, alle Menschen - unabhänig von Körperbau etc - in das gleiche Schema pressen zu wollen. Die wenigstens Menschen hatten auch dieses sogenannte Idealgewicht, was viele natürlich frustrierte...

Inzwischen wird das "Normalgewicht" mit Hilfe des sogenannten Body Mass Index (BMI) berechnet. Die Formel lautet: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch (Körpergröße in Meter zum Quadrat). Wenn du also 1,72 groß bist und 67 Kilo wiegst, dann berechnest du deinen BMI so: 67 geteilt durch (1,72 x 1,72)= 22,64. Dein BMI beträgt 22,64.
Für Menschen ab 18 Jahren gilt:

Als "normal" gilt ein BMI von 20 bis 25
Mehr als 25 gilt als Übergewicht
Mehr als 30 gilt als schweres Übergewicht
Bei einem BMI unter 19 hast du Untergewicht
Ein BMI von 17,5 und weniger ist ein Diagnosekriterium von Magersucht
Die Werte für Kinder und Jugendliche sind noch mal etwas anders. Wenn du dir unsicher bist, dann frag uns!
Hier ein Beispiel, wenn du zum Beispiel gerade 18 geworden bist:
Wenn du bei einer Größe von 1,72 also ein Gewicht von 49 Kilo hast, so entspricht das einem BMI von 16,56!!! Und das ist erschreckend wenig! Wenn du so ein niedriges Gewicht hast, dann solltest du auf jeden Fall zu einer Ärztin/ einem Arzt gehen und dich untersuchen lassen. Außerdem solltest du drüber nachdenken, warum du so wenig wiegst und solltest dir so schnell wie möglich Hilfe suchen! Mach dir klar, dass du bei dieser Größe zwischen 59 und 73 Kilo wiegen kannst und immer noch im Normalbereich liegst! Aber weniger als 56 Kilo solltest du auf gar keinen Fall wiegen!


Ich will nicht, dass meine Eltern etwas merken. Was soll ich tun?

Manche Mädchen haben Angst, dass ihre Eltern etwas von ihren Problemen bemerken könnten und suchen sich deshalb keine Hilfe. Das ist schade, denn so wird die Situation natürlich immer schlimmer.
Wichtig ist auf jeden Fall sich einen Menschen zu suchen, dem man vertraut. Wenn es die Eltern nicht sind, dann kannst du dich vielleicht an eine Verwandte oder Freundin oder an die Vertrauenslehrerin deiner Schule wenden. Viele Schulen haben inzwischen auch Suchtbeauftragte und die sollten sich auch mit Essstörungen auskennen.
Wichtig ist, dass du mit deinen Problemen nicht alleine bleibst!

Je nachdem wie schlecht es dir geht, brauchst du vielleicht auch professionelle Hilfe. Es gibt in jeder größeren Stadt Beratungsstellen, an die du dich wenden kannst und die dich - meist kostenlos - beraten.
Manche Beratungsstellen wollen für die Beratung ein Honorar haben, das solltest du vorher abklären. Und wenn du das Geld nicht hast, dann solltest du das ansprechen und fragen, ob du die Beratung billiger oder kostenlos haben kannst.

Wenn du älter als 14 Jahre bist, dann gilt für dich die ärztliche Schweigepflicht genauso wie für Erwachsene! Mediziner/innen oder Psycholog/innen, die dich beraten, dürfen also ohne deine Einwilligung keine Informationen an deine Eltern weitergeben. Es wäre also falsch, nur aus Angst vor den Eltern keine Hilfe zu suchen!

Und noch ein Tipp zu unserer E-Mail-Beratung: Manche Mädchen schreiben uns nicht, weil sie keine eigene E-Mail-Adresse und/ oder keinen eigenen Computer besitzen und Angst haben, dass ihre Eltern die Mails lesen könnten. Auch das ist schade, denn so können wir euch natürlich kaum helfen. Wir bieten euch aber die Möglichkeit an, euch anonym im Forum einzutragen: Wir werden dort versuchen so gut wie möglich auf eure Probleme und Fragen zu antworten.


Wie finde ich Hilfe?

Tipps, wie und wo du Hilfe findest, stehen auf der Mädchenseite unter dem Link "Hilfe" Dort findest du Links zu anderen Seiten und zu Organisationen, die dir weiterhelfen können. Außerdem findest du Listen und Suchmaschinen, die Auskunft über Beratungsstellen in deiner Nähe geben.
Du kannst auch mit allgemeinen Suchmaschinen wie zum Beispiel Google nach Beratungsstellen in deiner Nähe suchen, in dem du zum Beispiel die Schlagwörter "Essstörungen, Beratung" und den Namen deiner Stadt eingibst.

Wenn du so keine Organisation in deinem Wohnort findest, hilft meistens ein Anruf beim Gesundheitsamt deiner Stadt.

 

Ich habe Angst davor in eine Beratungsstelle zu gehen.

Die Angst in eine Beratungsstelle zu gehen haben sehr viele. Oftmals steht einfach nur Unsicherheit dahinter: Viele Mädchen wissen nicht so recht, was sie in einer Beratung erwartet und können sich die Situation einer Beratung gar nicht vorstellen. Wenn es dir auch so geht, dann mach dir folgendes klar:

Eine Beratung soll gut für DICH sein. Du sollst dich wohlfühlen und wenn du das nicht tust, dann hast du das Recht jederzeit wieder zu gehen. Frag dich also mal, ob du irgendwas zu verlieren hast, wenn du in eine Beratungsstelle gehst: Im schlimmsten Fall ärgerst du dich hinterher über die Beraterin, aber mehr kann dir doch eigentlich nicht passieren, oder? Wenn du dich aber wohl fühlst, wenn du auf eine gute Beraterin triffst, dann kann dir eine Beratung sehr weiterhelfen!

Wenn du dich entschieden hast eine Beratungsstelle zu besuchen, dann sag deiner Beraterin am besten gleich, dass du Angst vor der Beratung hast. Das ist ein ganz guter Einstieg, denn deine Beraterin merkt, dass du ehrlich bist und kann dir besser helfen als wenn du deine Angst krampfhaft überspielst.


Meine Freundin ist essgestört - Was soll ich tun?

Es kommt immer wieder vor, dass uns verzweifelte Angehörige oder Freund/innen von Essgestörten schreiben. Vielleicht bist auch du in dieser Situation: du weißt oder vermutest, dass deine Freundin essgestört ist, du weißt aber nicht, was du tun kannst. Leider gibt es hier überhaupt keine pauschale Antwort und es ist erst einmal wichtig, dass du herausfindest, wie die Situation nun wirklich aussieht.
Versuche in Gesprächen herauszufinden, wie es deiner Freundin geht und was sie sich von dir wünscht.
Dabei ist es aber ganz wichtig, dass du auch auf dich und deine Gefühle aufpasst!!!

Viele Angehörige sind - berechtigterweise, natürlich - so besorgt, dass sie gar nicht mehr auf ihre eigenen Wünsche und Bedrüfnisse achten. Sie opfern sich auf, sind ständig für die Essgestörte da und übernehmen allmählich immer mehr die Rolle der hilflosen Helferin.

Pass auf, dass du diesen Fehler nicht auch machst: du tust weder dir noch deiner Freundin etwas Gutes damit!
Ganz hilfreich kann es sein, wenn du auch von dir und deinen Gefühlen redest:

Mach ihr klar, dass du dir Sorgen machst und mach ihr auch klar, dass du mit dieser Belastung nicht alleine bleiben möchtest!

Denk einmal darüber nach, ob du dich nicht an eine Beratungsstelle wenden möchtest. Auch wenn du "nur" eine Freundin bist, kannst du dich dort beraten lassen. Vielleicht hilft es dir, Klarheit über deine Situation zu bekommen. Und wenn dir die Beratung gut getan hat, kannst du ja vielleicht auch deine Freundin überzeugen, dass auch sie dort Hilfe bekommen kann.
    • Kann deine Freundin offen mit dir über ihre Probleme reden?
    • Will sie Hilfe haben und weiß nur nicht wie?
    • Signalisiert sie nach außen, dass es ihr schlecht geht und lehnt aber jedes Hilfsangebot ab?


Ich bin männlich - beratet ihr mich auch?

Diese Frage bekommen wir zwar nicht oft gestellt, aber trotzdem möchten wir sie beantworten: Unsere Seite richtet sich zuerst einmal an Mädchen und Frauen, da die meisten Essgestörten weiblich sind. Außerdem haben wir als Mitarbeiterinnen von Frauenprojekten natürlich besonders den Wunsch Mädchen und Frauen zu helfen.

Dabei möchten wir aber selbstverständlich keine Männer ausschließen!!! Uns ist sehr bewusst, dass gerade essgestörte Männer es sehr schwer haben, da sie mit ihrer "typische weiblichen" Störung oft nicht ernstgenommen werden. Das ist schade und lässt viele noch mehr verzweifeln. Aus diesem Grund helfen wir selbstverständlich auch allen essgestörten Jungen und Männern, die auf unsere Seite kommen!

Ebenso selbstverständlich beantworten wir auch Fragen von Vätern, Brüdern oder Freunden!


Ich schreibe eine Hausarbeit oder ein Referat über Essstörungen - könnt ihr mir Infos schicken?

Nein, das können wir leider nicht! Wir bekommen immer wieder Anfragen von Schülerinnen oder Studentinnen, die sich mit dem Thema Essstörungen beschäftigen und Informationsmaterialien von uns haben möchten.

Manchmal verwundern mich diese Fragen ein wenig, da wir auf unserer Seite zahlreiche Informationen zum Thema Essstörungen veröffentlicht haben, die über den Umfang einer "Broschüre" weit hinausgehen. Darum: Guckt euch erst mal gründlich um! Viel Erfolg!

 

Ich schreibe meine Diplomarbeit über die "Prävention von Essstörungen" ...

Da ich (Katrin Raabe) meine Diplomarbeit über dieses Thema geschrieben habe, bin ich in den letzten fünf Jahren immer wieder nach dieser Arbeit gefragt worden.

Seit März 2005 gibt es nun ein Buch zu diesem Thema:

Katrin Raabe:
Mädchenspezifische Prävention von Essstörungen.
Schneider Verlag Hohengehren, 2008.
Zu bestellen auch bei Buchhandel.de
ISBN 3-89676-950-2
15,- €

Außerdem werde ich immer wieder nach Tipps gefragt. Auch diese Frage finde ich verständlich, aber sie ist schwer zu beantworten, da die Antwort entweder oberflächlich oder seitenlang werden würde...

Natürlich kann ich Tipps geben und das tue ich auch gerne! Ich habe beschäftige mich schließlich sein Jahren mit dem Thema. Allerdings muss ich dafür erst einmal genaue Infos über eure Arbeit, den Stand der Dinge und eure Wünsche bekommen. Das geht am besten in einem Telefongespräch und ihr könnt mich nach Absprache gerne anrufen und ausfragen: 06221/ 6525894. Ihr könnt auch gerne per Mail an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. Kontakt aufnehmen und einen Termin für ein Gespräch vereinbaren.

Erfahrungsgemäß dauern solche Gespräche bis zu einer Stunde und da es dem Mädchenhausverein finanziell alles andere als gut geht, würde ich euch als Gegenleistung für ein langes Gespräch um eine kleine Spende für unser Beratungsprojekt bitten.

Da diese Bitte (so glaube ich zumindest) von manchen falsch verstanden worden ist, möchte ich sie noch ein bisschen erläutern: Unter einer "kleinen" Spende stelle ich mir einen Betrag ca. 5,- Euro vor, nicht mehr. Und diese Spende soll keine "Bezahlung" für meine Beratung, sondern soll einfach nur einen kleinen Ausgleich darstellen - meine tatsächliche (sehr knappe!) Arbeitszeit kostet den Mädchenhausverein natürlich wesentlich mehr.
Hinzu kommt, dass gerade unser Internetprojekt "Ess-stoerungen.net" auf sehr wackeligen Beinen steht. Euer Geld kommt also auf gar keinen Fall mir persönlich zu Gute, sondern essgestörten Mädchen und Frauen, die wir selbstverständlich kostenlos beraten.

Und last but not least: solltet ihr wirklich keine 5 Euro haben, so können wir auch darüber reden...

Ich wünsche euch viel Erfolg bei eurer Arbeit!
Herzliche Grüße von Katrin