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Sonne: Ich hab's geschafft!

Angefangen hatte es mit 15.
Ich war damals in einem Schwimmverein und hatte mitgekriegt, wie ein Junge, den ich für einen Freund hielt, meinte, ich hätte einen dicken Hintern.
Davor fand ich mich immer okay so wie ich bin. Auf diese Äußerung hin hab ich mir das erste Mal Gedanken drüber gemacht, ob meine Figur nicht okay ist. Es ging dann alles ganz schnell.
Ich wollte unbedingt abnehmen, nur so 3 Kilo, weil ich meinte, dann perfekt zu sein. Ich hab versucht einfach total wenig zu essen, auch wenn ich ganz arg Hunger hatte und das hat dann dazu geführt, dass ich mich dann total vollgestopft hab, wenn ich etwas gegessen habe. Und weil ich ja genau das nicht wollte, hab ich's dann wieder ausgekotzt. Meine Gedanken drehten sich nur noch ums Essen und Essenvermeiden und Abnehmen. Ich bin in der Schule schlechter geworden, hab Freundschaften vernachlässigt und hatte schlimme Depressionen.
Ich fand meine Situation aber selber so schlimm, dass ich dann Bücher über Essstörungen gelesen habe und vor Schreck fast vom Stuhl gefallen wär, als ich gelesen hab, was man da mit seinem Körper anstellt. Bei mir war es so, dass ich es einfach nicht mehr ertragen konnte mit mir selbst so schlecht umzugehen und ich wollte endlich wieder erleben ein Eis essen zu können ohne schlechtes Gewissen und eine Riesenportion Spaghetti zu essen, wenn ich so richtig Hunger habe.
So ganz langsam haben sich dann die Essstörungen davongeschlichen - es hat aber gedauert bis ich 18 war - 3 Jahre zu viel des Selbsthasses und der Verzweiflung. Ich weiß noch, wie ich die ersten Male genießen konnte wieder ganz normal ohne schlechtes Gewissen zu essen- das war ja sooooo geil!
Und ich freu mich heute noch mit 21, dass Essen wieder Genuss sein kann.