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Sabrina, 22 Jahre

Ich war 12 oder 13, da bin ich ständig zu meiner Mutter gerannt und habe gejammert, wie dick meine Oberschenkel doch seien. Dass ich damals schon auf dem Weg in eine Essstörung war, hätte ich niemals geglaubt. Ich kannte das Wort Essstörung an sich ja noch nicht mal. Das genaue Datum kann ich nicht bestimmen, an dem ich in die ES reingeraten bin. Aber durch meine Tagebucheintragungen habe ich herausgefunden, dass ich mich in dem Alter, 12,13, schon unwohl gefühlt habe, und mit 13 meine ersten Diäten aufprobiert habe.

Erst mit 15 wurde mir bewusst, dass es nicht normal war, die ganze Woche über nichts zu essen, und am Wochenende das brave Töchterlein zu spielen und mit der Familie zu Mittag zu essen. Seit dem Tag, an dem ich wusste, dass ich nicht normal aß, wollte ich aufhören mit meinen Diäten, hab es allerdings nicht geschafft. Auch habe ich ab und zu nach den Mahlzeiten erbrochen. Mit 19 habe ich dann plötzlich 5 Kilo zugenommen, weil ich anfing zu essen und eben nicht mehr auf Diät zu sein. Ich wurde dann sogar angesprochen, ob ich nicht schwanger sei!

Irgendwann war es mir zuviel! Jeder hatte eine andere Theorie, die mir missfiel und meine Hosen passten mir auch schon nicht mehr richtig. Ich fühlte mich unheimlich fett! Ich kann meinen Gedankengang nicht genau nachvollziehen, jedenfalls wollte ich versuchen, durch kotzen abzunehmen. Seit Anfang Juni 2001 übergebe ich mich regelmäßig. Ich war so richtig glücklich am Anfang, weil es so prima funktioniert hat. Dann kamen die Depressionen. Jetzt habe ich seit fast 3 Jahren Bulimie und bin alles andere als zufrieden. Die Motivation für eine Therapie habe ich allerdings auch nicht...

Besonders in stressigen, anstrengenden Situationen des Lebens nervt mich die Bulimie. Dann vernachlässige ich meine Freunde und bin nur noch mit mir und meiner Essstörung beschäftigt. Hänge nur noch überm Klo... Ich weiß langsam nicht mehr, was ich machen soll! Ich wünsche das jedenfalls keinem!

Ich hab zwar null Motivation, trotzdem werde ich nächsten Mittwoch bei einer Beratungsstelle anrufen und einen Termin ausmachen.... schaden kann es ja nicht...

Sabrina ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt, Du musst JavaScript aktivieren, damit Du sie sehen kannst. )